Weitere 2 wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg

(rso) „Wie würde die Mannschaft die dreiwöchige Pause seit dem letzten Punktspiel verkraften? Würde sie an den klar sichtbaren Leistungsanstieg in den letzten Spielen nahtlos anknüpfen können oder würde das junge Team der SG Sinsheim/Helmstadt diese Form erst wieder suchen müssen?“ – das waren die zentralen Fragen, die es zu beantworten galt, als man sich am Sonntagmittag auf den Weg nach Freiburg machte! Alle Spieler an Bord, rechtzeitige Anreise, konzentriertes Warmmachen  und die Stimmung prächtig. Alles schien nach Plan zu laufen.
Auch die beiden ersten Satzpunkte wurden auf der Habenseite verbucht – und dann plötzlich ein kontinuierlich fortschreitender Befindlichkeitswandel. Die  Selbstsicherheit schmolz von Punkt zu Punkt wie der Schnee in der Sonne. Schwache Annahmen und zittrige Aufschläge führten immer mehr dazu, dass die Leistung kippte. Die Freiburger merkten sehr schnell, dass sie nur Stimmung und Druck beim eigenen Service brauchten, um selbst die Spielkontrolle zu erlangen. Alle guten Vorsätze seitens der Kraichgauer Jungs schienen vergessen zu sein und so wurde das Spiel von Punkt zu Punkt verkrampfter. Auch der Wechsel auf der Zuspielposition brachte keine große Veränderung. Die Breisgauer Nachwuchstalente des Erstligateams punkteten jetzt vor allem über die Außenpositionen fast nach Belieben, während die Sonnenbichler-Jungs fast nur noch aus dem Verteidigungs-Modus heraus reagierten. So ging dieser Satz, am Ende etwas unglücklich, mit 25:23 Punkten verloren und es schien, als ob das in den letzten Wochen so konsequent erarbeitete Selbstbewusstsein auf die eigene Leistungsfähigkeit bei allen ziemlich abhanden gekommen wäre.

Satz 2 begann mit der taktischen Umstellung der Außen-Annahmepositionen Noah Horn und Tobi Bechtel. Dies führte dazu, dass die Annahme etwas stabiler wurde. Trotzdem,  auch der Spielverlauf in Satz 2 blieb lange eine ziemlich zähe Angelegenheit, denn die Passgestaltung in Verbindung mit den Schnellangreifern war zu oft fehlerhaft und die Aufschlageffizienz weiterhin unterdurchschnittlich. Dazu kam, dass weder der Block noch die Feldverteidigung den gegnerischen Diagonalangreifer in den Griff bekamen und dieser immer wieder dafür sorgte, dass der herausgespielte Punktvorsprung in diesem Satz meist wieder zusammenschmolz und die knappe Führung wackelte. Trotzdem, mit 25:19 Punkten wurde letztendlich zum 1:1 ausgeglichen und das Nervenflattern schien überwunden zu sein.

Satz 3 wurde dann am Ende leider vom Schiedsgericht mit entschieden. Bis zum Satzstand von 16:18 war das Spiel hart umkämpft, die Führung wechselte ständig und beide Seiten stemmten sich zu Beginn der Crunchtime gegen den drohenden Satzverlust. Dann ein Wechselfehler bei Freiburg, was eigentlich Aufschlagrecht SG bedeutete, lange Diskussion und das sehr unsichere Schiedsgericht nahm nicht nur die berechtigte falsche Wechselfehlerentscheidung zurück sondern ahndeten die Einsprüche der Kraichgauer mit einer roten Karte, so dass es nicht 17:18 und Aufschlagrecht Sinsheim/Helmstadt, sondern plötzlich mit Strafpunkt durch die rote Karte 19:16 und weiterhin Aufschlag Heimmannschaft hieß. Dies war der entscheidende Anstoß, dass dieser so wichtige Satz mit 19:25 zum 2:1-Rückstand führte.

Noch in der Vorrunde hätten die jungen Kraichtgauer Sportler spätestens jetzt die Flinte ins Korn geworfen und das Spiel abgeschenkt. Die zentrale Frage, die im Raum stand: „Würde jemand das Steuer in die Hand nehmen, die Verantwortung tragen und voran gehen?“
Die klare Antwort darauf zeigte das gesamte Team. Lautstark angefeuert von den Wechselspielern und den mitgereisten Fans ging ein Ruck durch die Mannschaft und endlich war wieder mehr Zuversicht und Selbstbewusstsein in den eigenen Aktionen zu sehen. Auch wenn die Eigenfehlerquote im Aufschlag und die mangelnde Qualität in vielen Abwehr- und Zuspielhandlungen immer noch überdurchschnittlich hoch war, so stimmten jetzt Einsatz und unbedingter Siegeswille. Angeführt vom jungen Linkshänder auf der Diagonalposition, Benjamin Himmel, der immer häufiger mit athletischen Angriffsschlägen punktete, wurde mit 21:25 der 2:2 Satzausgleich geschafft – und schließlich auch der entscheidende, bis zum letzten Punkt verbissen umkämpfte Tiebreak mit 13:15 gewonnen.

„Was die Jungs heute gelernt haben, ist extrem wichtig für ihre weitere sportliche Entwicklung! Arbeit schlägt Talent – immer! Das bewusste Erleben, dass nach einer längeren Pause vor allem junge, noch leistungslabile Talente erst wieder  in den aktiven Spielrhythmus kommen müssen, auch wenn sie zwischenzeitlich gut trainieren, haben sie heute leidvoll erfahren müssen. Die Erkenntnis daraus: Jede erfolgreiche Aktion basiert auf konsequenter Arbeit, dazu kommt der Wettkampfdruck und Erwartungshaltung! – Heute haben sie am eigenen Leib gemerkt, wie schnell Basics verloren gehen, wenn nicht durch konsequentes, stetiges Wiederholen eine stabile Basis erarbeitet wird!“ analysierte Coach Sonnenbichler.

Dass dieser Spielrhythmus in den nächsten 4 Wochen erhalten bleibt, dafür sorgt der Spielplan.  Bereits am kommenden Sonntagnachmittag kommt es um 16.00 Uhr in der Schwarzbachhalle in Helmstadt zum Spiel gegen den aktuellen Tabellendritten, TV Kappelrodeck. Dieses Team ist den Kraichgau-Youngstern noch in allzu guter Erinnerung, denn dort sind sie in der Vorrunde mit 0:3 Sätzen kräftig abgewatscht worden und konnten dabei insgesamt nur 37 Punkte selbst erzielen! Ein ganz besonderer Grund also, den heimischen Fans zu zeigen, welche spielerischen Fortschritte sie seitdem gemacht haben!