Schwarzbachhalle bleibt Festung

(rso) Kümmerliche 37 Ballpunkte hatten die Kraichgau-Jungs Ende Oktober beim Hinspiel in Kappelrodeck erzielen können und waren so bei der 3:0-Vorrundenniederlage heftigst  abgewatscht worden.  Dass sich der junge Oberligakader der SG Sinsheim/Helmstadt seit dieser Zeit spielerisch und kämpferisch enorm entwickelt hat, darüber konnten sich die zahlreichen Zuschauer am Sonntagnachmittag in der Helmstadter Schwarzbachhalle – ca. 100 Schaulustige hatten den Weg in die Halle gefunden – selbst ein Bild machen. Nach rund 2 Stunden Spielzeit konnten die Jungs um Spielführer Noah Horn einen  umkämpften 3:2-Sieg verbuchen und sich somit 2 weitere wichtige Punkte gegen den Abstieg sichern.

Es war seitens der Gastgeber ein recht nervöser Start in den 1.Satz. Der in den letzten Spielen stark agierende Diagonalspieler Benjamin Himmel war die ganze Woche krankheitsbedingt nicht im Training und das merkte man ihm an. Ungewohnte Fehler in seinen Angriffshandlungen und insgesamt zu viele Aufschlagfehler  seitens der Heimmannschaft führten schnell zu einem 5-Punkterückstand und die sich ausbreitende Unsicherheit innerhalb des Teams war deutlich zu spüren. Eine taktische Auszeit und die Einwechselung von Finnian Ohr auf der Diagonalposition führte zu etwas mehr Beruhigung innerhalb der Mannschaft, aber der Punkterückstand war bereits zu groß und die Routiniers auf Kappelrodecker Seite sicherten sich durch gut gesetzte Angriffe über die Außenpositionen und druckvolle Aufschläge den 1.Satz mit 18:25 Punkten für sich.

Um den wackeligen Annahmeriegel zu stabilisieren, wurde  taktisch umgestellt. Die Spezialisten Noah Horn und Tobias Bechtel tauschten die Plätze und Finnian Ohr behielt weiterhin das Vertrauen auf der Diagonalposition. Angefeuert von den zahlreichen Zuschauern entwickelte sich im Laufe dieses Satzes ein immer intensiverer Schlagabtausch, bei dem sich vor allem Lennart Schmutz auf der Mittelblockposition immer mehr in den Vordergrund spielte. Ob erfolgreiche Schnellangriffe oder gelungene Blockpunkte, das Spiel der Kraichgau-Youngster  wurde besser und sie konnten immer öfter zeigen, wie gut sie sich in den letzten Monaten sportlich entwickelt haben. Mit 25:22 Punkten wurde der Satzausgleich zum 1:1 geschafft.

Dass die Kappelrodecker nicht umsonst zum Spitzentrio der Volleyball Oberliga/Baden gehören, davon konnte sich jeder, der an diesem Sonntagnachmittag den Weg in die Helmstadter Schwarzbachhalle gefunden hatte, überzeugen. Viel Spielerfahrung und Routine auf der einen Seite im heftigen Schlagabtausch mit Talent und Kampf auf der anderen. Das Spiel wurde immer intensiver und um jeden Punkt wurde verbissen gekämpft. Aber, es zeigte sich auch immer wieder, dass den jungen Gastgebern in wichtigen Spielphasen immer noch die Ruhe und Abgeklärtheit fehlt, um selbst schon als Top-Team der Oberliga gelten zu können. Immer wieder leichte, unnötige Eigenfehler oder nicht ganz optimale Entscheidungen der Zuspieler in wichtigen Spielphasen führten dazu, dass Satz 3 mit 18:25 wieder an die Gäste ging!

Der entscheidende Fortschritt, den der Kraichgauer Talentschuppen in den letzten Wochen gemacht hat, ist im Bereich der Winner-Mentalität zu suchen. Mittlerweile steht nicht ein talentiertes Team auf dem Feld, das bei starkem Widerstand schnell die Segel streicht, sondern ein Kader, in dem jeder auf oder neben dem Spielfeld  für den anderen kämpft und bei Bedarf nahtlos, ohne Niveauverlust, in die Bresche springt. Ob Doppelwechsel auf Zuspiel-/Diagonalposition, ob taktische Wechsel  zwischen den beiden Liberos, das Team ist inzwischen stabiler und ausgeglichener und bereit, taktische Informationen umzusetzen. Das führte dazu, dass dies auf Seiten der Gäste zu immer mehr Fehlern führte und so  mit 25:20 Punkten der umjubelte Satzausgleich geschafft wurde.

Satz 5 dann der klare Beleg für den unbedingten Siegeswille der Heimmannschaft. Mit 15:9 konnte man den Tie-Break relativ klar für sich entscheiden und so weitere 2 Pluspunkte im wichtigen Kampf um den Klassenerhalt sichern.

Ein Sieg der ganzen Mannschaft, eine kompakte Leistung aller Jungs. Obwohl immer noch zu viele leichte Fehler vor allem im Aufschlag-Annahmebereich, aber das haben sie durch Einsatzbereitschaft und Kampfgeist wettgemacht. Ich muss aufpassen, dass ich die Jungs nicht durch meine dauernde, oft recht deutliche Kritik bzgl. ihrer spielerischen Schwachstellen nicht zu stark unter Druck setze. Sie sind krass lernbereit und mittlerweile schon auf einem Level, wo Lob vielleicht ab und zu die bessere Lösung wäre als steter Hinweis darauf, was immer noch nicht passt!“– so Cheftrainer Rudi Sonnenbichler .