(rso) So gerne hätten die Männer der Sinsheim-Helmstadter Volleyball-Spielgemeinschaft mehr mitgebracht als das Lob und die Anerkennung des Staffelleiters der Oberliga Baden, Herrn Thomas Schäfer, der vor Ort der sportlichen Leistung großes Lob und Anerkennung zollte und vor allem die spielerische Entwicklung der Jungs im Juniorenalter hervorhob. Auch gegen den punktgleich mit Heidelberg die Tabelle der Oberliga Baden anführenden Gastgeber, der VSG Ettlingen/Rüppurr, zeigte die Youngstertruppe eine Leistung auf Augenhöhe, und keiner der Zuschauer in der Ettlinger Albgauhalle konnte glauben, dass hier ein Tabellenführer gegen das Schlusslicht spielte.
Selbstbewusst und die ansteigende Leistungskurve bestätigend, starteten die Jungs um Spielführer Noah Horn in den 1. Satz. Knallharte Sprungaufschläge, gute Block- und Feldabwehrleistungen setzten den Gastgeber vom ersten Punkt an unter Druck. Dies war umso bemerkenswerter, waren in der Starting-Six neben dem erfahrenen Außenangreifer Tobi Bechtel alle anderen Spieler noch im Jugend- oder Juniorenalter. Dies war notwendig, weil die Routiniers Michael Rossel, Lukas Herrmann, Julian Paar, Johannes Dumke, Falko Böhme die Woche über krankheits- oder berufsbedingt fehlten und bis auf die erstgenannten auch beim Spiel nicht dabei sein konnten.
Vor allem das Fehlen des erfahrenen Zuspielers Johannes Dumke schränkte die taktischen Möglichkeiten hinsichtlich der Wechselspiele Zuspiel-Angriff doch ziemlich ein und somit musste der 18-jährige Junior Mika Bialas die gesamte Verantwortung hinsichtlich Zuspieltaktik und der daraus resultierenden Passverteilung alleine tragen. Doch von Unsicherheit und fehlender Cleverness war bei den Jungs in Satz 1 nichts zu spüren. Von Beginn an zeigten sie, welche Fortschritte sie mittlerweile gemacht haben. Punkt für Punkt boten sie dem haushohen Favoriten Paroli. Immer nur ganz knappe Punktabstände, aber die jungen Wilden immer mit ein, zwei Punkten im Vorteil, war es ein Match auf gutem bis sehr gutem Oberliganiveau. Vor allem der erstmals in der Grundsechs stehende Diagonalangreifer Benjamin Himmel deutete mit seinen harten Angriffsbällen und guter Blockarbeit an, welch athletisches Potential er trotz seiner Jugend bereits besitzt. – So war das Trainer-Duo Himmelhan/Sonnenbichler auch nicht extrem erstaunt, dass die Jungs den 1. Satz mit 25:21 Punkten gewinnen konnten.
Aus der bitteren Erfahrung der letzte Woche gelernt, setzten die jungen Wilden ihr konsequentes Spiel ohne Konzentrationseinbruch auch in Satz 2 fort und gestalteten den Spielverlauf so, dass absolut kein Leistungsunterschied zwischen der an der Tabellenspitze stehenden erfahrenen Heimmannschaft und den Jungspunden vom Tabellenende zu erkennen war. – Die entscheidende Begebenheit, das Schlüsselerlebnis, das alles ins Wanken brachte. Beim Satzstand von 16:13 für die Kraichgauer wurde ein hart geschlagener Angriffsball long-line vom sonst eigentlich gut pfeifenden Hauptschiedsrichter als Ausball gewertet, obwohl er deutlich sichtbar auf der Linie war. Anstatt mit 4 Punkten Vorsprung in die Crunch-Time des 2. Satzes zu gehen, wurde Punkt und Servicewechsel für Ettlingen angezeigt. – War es die Diskussion um den Ball oder die daraus resultierenden Irritationen seitens der Jugend? Was folgte, war ein psychologisches Lehrstück in Sachen Routine im Spielsport. Anstatt den Punkt abzuhaken und auf dem Level weiter zu spielen, plötzlich zwei, drei lapidare Unkonzentriertheiten und die alten Hasen auf Ettlinger Seite nutzten diese dem Spielverlauf eigentlich sich völlig unerwartet auftuende Chance und erzielten 5 Punkte in Folge. So hieß es am Ende des 2. Satzes 25:20 für die Hausherren – und für die Gäste die bittere Erkenntnis, dass sie nun nicht 2:0 führten sondern den 1:1-Satzausgleich zu verarbeiten hatten.
Welch deutlich höheres Spielniveau die Jungs der SG Si-He mittlerweile grundsätzlich besitzen, bewies der stets umkämpfte Spielverlauf der folgenden beiden Sätze. Beide waren jeweils äußerst knapp und umkämpft, aber es fehlte plötzlich, vor allem in entscheidenden Phasen, die positive Überzeugung und der Wille, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, war im Kollektiv nicht mehr 100-%ig zu spüren. So gingen beide Sätze mit 25:22 bzw. 25:20 an das Ettlinger Team, das damit die Vorrunde mit nur einer Niederlage an der Tabellenspitze abschließt, während die Kraichgau-Youngster weiterhin vom Tabellenende grüßen.
„Einfach bitter, welch steinigen Weg die Jungs gehen! Sie sehen selbst immer klarer, wie nah sie rein sportlich am Level auch der Top-Teams in dieser Liga dran sind! Um so schmerzhafter, aber vielleicht auch lehrreicher, nun die Erkenntnis, dass sie aktuell noch nicht gelernt haben, ihr erarbeitetes Spielniveau auch in Drucksituationen zu halten. Volleyball ist ein Fehlerspiel, wer weniger macht, der gewinnt und der Schlüssel dazu ist: Fehler abhaken, voller Fokus auf die nächste Aktion! – Das mussten sie heute ziemlich schmerzhaft erleben, ohne diese unglückliche Entscheidung gewinnen sie den 2. Satz – das wäre der entscheidende Ice-Breaker im Hinblick auf die Rückrunde gewesen! Trotzdem, wir gehen weiter!“, so Sonnenbichler.
Wir wünschen allen Fans und Unterstützern frohe Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr!